Besuch des Senfkorn-Projektes

15.06.2012

Der Ablauf im Senfkorn-Projekt wurde insofern neu organisiert, als jetzt nicht mehr in der Arche sondern in der Küche des Christo-Kindergartens gekocht wird und die Kinder dort auch essen.
Die Köchin Sophia Kereminholte gegen 10:30 Uhr die von Gretha an der Arche vorbereiteten Lebensmittel ab. Sie ist eine schon etwas ältere Frau, die ich auf ihre Art schön fand, und die mich auch im Laufe des Tages durch ihre Art beeindruckt hat. Ruhig, freundlich, fleißig und auch selbstbewusst. Die Verständigung war etwas schwierig, weil sie wenig englisch spricht. Aber einerseits haben wir da zueinander gefunden. Außerdem war am Kindergarten die Kindergärtnerin Mrs. Pienaarund später auch die sog. „Lehrerin“, Martha, da, die beide sehr gut englisch sprechen. Als wir am Kindergarten ankamen, war Mrs. Pienaargerade dabei, Porridge für die Kindergartenkinder auf die Schüsselchen zu verteilen. Die Kinder stellten sich in Reihen auf und sprachen zusammen ein Gebet. Wobei sie die Augen schließen sollten. Dann wurden an einer Schüssel die Hände gewaschen, der Porridge in Empfang genommen, und auf dem Boden sitzend gegessen. Sobald er fertig war, lief ein kleiner Junge in die Küche und bekam den Topf, an dessen Rändern noch Reste des Essens klebten. Aber er konnte nicht viel davon erbeuten. Sofort wurde er von anderen Kindern umringt, und die Jagd nach dem Topf war eröffnet. Die Kinder brachten den Topf und ihre Schüsselchen und Löffel in die Küche. Während Mrs. Pienaar alles spülte, übte die Kindergartenlehrerin Mrs Kharuxas mit den Kindern ein Lied für die Weihnachtsaufführung ein. Danach wurden die Kindergartenkinder mit einem Gebet verabschiedet.
Unterdessen hatte Mrs. Keremin damit begonnen, dass Essen für die Mustard-Seed-Kinder zu kochen. Ein Erbseneintopf mit Dosenfleisch, dazu Porridge, stand heute auf der Karte.
Ca. 12:15 Uhr traf Martha ein und bereitete minutiös alles vor. Saft wurde angerührt, Becher und die Kekse bereitgestellt, Bücher, Hefte, Stifte usw. auf dem Pult zurechtgelegt. Gegen 12:30 trafen die Kinder ein. Im Schatten des Sandkastens sangen sie 2 Lieder. Auch sie beteten bevor der Saft und die Kekse verteilt wurden. (Auch sie mit geschlossenen Augen) Der Durst war groß und es blieb kein Tropfen im Eimer übrig. Gleich wurde alles abgespült und aufgeräumt. Nun ging es ins Klassenzimmer. Alle bekamen ihrer Klassenstufe entsprechende Aufgaben, sie müssen jedes Mal drei neue englische Vokabeln schreiben und lernen. Fleißig und äußerst diszipliniert waren die Kinder bei der Arbeit. Wobei Martha auch eine strenge Lehrerin ist, die jede Störung sofort unterbindet. Jedes Kind, das seine Schreibaufgabe fertiggestellt hatte, bekam ein Buch, aus dem es sich eine kurze Geschichte aussuchte und diese laut vorlas. Manchen gelang dies besser, manche taten sich schwerer. Aber sie wussten sich einzuschätzen und suchten sich dementsprechend längere oder kürzere Geschichten aus. Das dauerte doch einige Zeit und war für manche auch ermüdend. Immerhin hatten sie schon einen Schultag hinter sich. Lebendig wurde es wieder, als alle zusammen noch einige Lieder sangen. Bei einem Lied mit lustigen Bewegungen fragte ich nach dem Inhalt. Sie kicherten verlegen, wollen es mir aber nicht erklären. Endlich durften auch sie das auf Tellern vorbereitete Essen an der Küche abholen. An ihren Plätzen im Klassenzimmer aßen sie bei fröhlicher Unterhaltung zusammen. Was für mich bemerkenswert war, denn die Kinder in der Arche sprachen während des Essens kein Wort. Die Reste des Porridges, andere Reste gab es nicht, wurden alle einem Kind zugeschoben. Das Kind durfte den Teller dann mit nach Hause nehmen. Unter der Kontrolle und Mithilfe von Mrs. Keremin spülten einige Kinder das Geschirr und die Töpfe und alles wurde wieder ordentlich aufgeräumt bevor sich alle auf den Heimweg machten.

Resümee:
Der ganze Ablauf war sehr ordentlich, sauber, gut organisiert und diszipliniert. Ich fragte, ob es Dinge gibt, die sie brauchen oder gerne anders machen oder organisiert haben würden. Mrs. Keremin sagte, es seien nicht genug Teller und Löffel vorhanden. Sie benutzte Geschirr, das sie von der Kirche bekommen hatte. Angelika Gleich war darüber bereits informiert und hat diese Dinge inzwischen schon besorgt. Ansonsten gab es keine Anregungen oder Beschwerden. Auch von meiner Seite gibt es nichts wovon ich meine, das müsste anders gemacht werden. Ich denke, die Frauen haben Erfahrung darin, wie sie begrenzte Mittel sinnvoll und effektiv einsetzen können.

Viel Betrieb auf dem HCF-Sportplatz